Enchanting’s Leopardgeckos Allgemeine Infos Hier kommen wir zu unserem zweiten Hobby und unserer zweiten Liebe, den Leopardgeckos. Vor vielen Jahren haben wir uns in diese kleinen Geschöpfe verliebt und uns ausgiebig mit dem Thema Haltung. Am Anfang waren unsere Leos Familientiere doch 2009 haben wir uns entschieden selbst diese Kleinen Geschöpfe zu adoptieren und uns zur Zucht entschieden. Unsere ersten Nachzuchten sind 2012 bei uns geschlüpft. Nach fast 9 Jahren Erfahrung möchten wir unsere Erfahrungswerte hier zusammenfassen. Wir möchten hier vorab ein paar Dinge klarstellen, bevor es evtl. zu Missverständnissen führt. Im Bereich der Haltung von Leopardgeckos gibt es unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen, die auch entsprechend vertreten werden. Wir möchten hier vorab deutlich machen, dass wir hier unsere Erfahrungen mit euch teilen. Nicht jeder teilt unsere Erfahrungen und wird mit Sicherheit nicht mit jedem unserer Vorstellungen sympathisieren. Für uns ist das okay, wenn ihr andere Erfahrungen gesammelt habt und eine andere Einstellung habt. :-) Man sollte aber auch unsere Erfahrungen respektieren. Da wir hier über unsere Erfahrungen in der Haltung schreiben, ist es jedem natürlich selbst überlassen, welche Erfahrungen und Hinweise er umsetzt. Uns ist wichtig, dass unseren zukünftigen Adoptiveltern klar ist, welche Verantwortung (Lebenserwartung) sie übernehmen und eine Gruppenhaltung nicht das non plus ultra bei Leos ist, die in der Natur auch nicht in Gruppen leben. Den Familien muss klar sein, dass eine Gruppe sich auch nach Jahren plötzlich nicht mehr versteht und eine Rackhaltung nur zu Quarantänezwecken und zur Aufzucht (bis zu einem gewissen Zeitpunkt) genutzt werden kann und sollte. Eine optimale Haltung findet in einem schön hergerichteten Terrarium mit entsprechender Einrichtung, Ernährung und Einzel- haltung (die Gruppenhaltung wird gerne als “Verkaufs- argument” genutzt) statt. Leider gibt es bei den Leopardgeckos keine einheitlichen Grundlagen und Regeln für die Haltung dieser kleinen Geschöpfe. Die einzige Grundlage ist die Formel zur Berechnung der Terrariengröße. Wer uns und unsere Goldhamsterzucht kennt, weiß, dass wir sehr viel Liebe, Energie und Zeit in unsere Kleinen investieren und wir mit Herzblut, Verstand und dem notwendigen Fachkenntnissen züchten. Nicht umsonst gab es auch das Lob des Veterinäramtes. :-) Wissenswertes: Steckbrief: Deutscher Name: Leopardgecko Wissenschaftlicher Name: Eublepharis macularius Herkunft: Pakistan, Irak, Iran Afghanistan, Steppen- gebiete (felsig, sandig und Kies) Lebenserwartung: bis zu 30 Jahren Größe: 17 - 27cm Aktivität: Dämmerungs- und nachtaktiv Sozialverhalten: Einzelgänger, Gruppenhaltung bei harmonierenden Tieren möglich Geschlechtsreife: beginnt mit ca 1,5 - 2 Jahren (ausgewachsen bei normaler Aufzucht erst mit 3 Jahren Besonderheiten: Leos sind in der Lage ihren Schwanz abzu- werfen. Dies dient zur Ablenkung des Feindes Es wächst ein Regenerat nach, der meist nicht so schön ist wie der ursprüngliche Schwanz. Haltung: Leopardgeckos werden in Terrarien gehalten. Aus welchem Material das Terrarium sein sollte, bleibt euch überlassen. Glas als auch Holz eignen sich zur Haltung. Für das Mindestmaß gibt es die folgende Formel: 4x3x2 (LxBxH) multipliziert mit der Kopf- Rumpflänge für zwei Tiere. Für jedes weitere Tier werden 15% der Grundfläche angerechnet. Bsp.: Kopf- Rumpflänge 13cm ergibt ein Mindestmaß von 52x39x26cm. Allerdings gilt auch hier, ein Terrarium kann nie zu groß, eher zu klein sein. Deshalb empfehlen wir ein Terrarium mit den Maßen 80x40cm / 80x50cm für einen Leo. Die Tiefe ist abhängig von der Rückwandgestaltung und sollte ggf. immer tiefer gewählt werden als zu klein. Von Natur aus sind Leopardgeckos Einzelgänger und sollten auch entsprechend gehalten werden. Das Argument “Gruppenhaltung” wird leider sehr oft als Verkaufsargument genutzt, zum anderen werden Leos leider sehr oft vermenschlicht und falsch verstanden. Temperatur / Klima: - Tagsüber 28°C / Wärmeplatz 30-35°C - Nachts 18-22°C - Beleuchtungsdauer 10-12 Stunden - Luftfeuchtigkeit 30% - 50% Einrichtung: Bodengrund: Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es unheimlich wichtig ist, einen festen Boden- grund zu wählen. Warum ist das so? In der Natur haben die Leos zwar von festen und felsigen Bodengründen bis hin zum losen Sand alles. Allerdings birgt der lose Sand einige Gefahren, die in der Natur zur natürlichen Selektion gehören wie z. B. die Aufnahme des Sandes bei der Futtertierjagd. Diese kann auf Dauer zu einer lebensgefährlichen Verstopfung führen, da sich der Sand im Darm ablagert. Je mehr im Darm ist, desto mehr wird die durchgängigkeit des Darms behindert. In der Natur endet dies tödlich. In unserer Heimtierhaltung übernehmen wir natürlich nur die besten Eigenschaften um unseren Schützlingen ein langes Leben zu gewährleisten. Daher eignen sich auch nur folgende Bodengründe: x Sand Lehm Gemisch (= muss steinhart sein) x Fliesen z. B. Mosaikfliesen Einrichtung: Je nachdem ob ihr euch für eine Gruppe oder Einzelhaltung entscheidet, sollte für jeden Leo mindestens 3 Versteckmöglichkeiten angeboten werden. So können sich die Leos sich aus dem Weg gehen und müssen nicht in ihrer Toilettenecke schlafen. Leopardgeckos sind sehr reinlich und nutzen nur einen bestimmen Platz als Toilette, was auch die Reinigung vereinfacht. Eine feuchte Höhle darf auch auf keinen Fall fehlen. Sie sollte mit z. B. mit feuchten Sphagnummoos oder Kokoshumus gefüllt sein. Zusätzlich muss eine große Wasserschale vorhanden sein und auch Rückwandgestaltung wird sehr gerne angenommen. Diese kann man mit Styrodor, Fliesenkleber, und Lack selbst konstruiert werden. :-) - min. 3 Höhlen pro Leopardgecko, - Rückwandgestaltung mit mehreren Quetschspalten   und zusätzliche Versteckmöglichkeiten, - min. 1 feuchte Höhle pro Leopardgecko mit   Kokoshumus, - eine große Wasserschale, - eine kleine Schale mit Calciumcitrat, - Klettermöglichkeiten, wobei bei der Höhe Vorsicht   geboten ist, da wir von mehreren Fällen erfahren   haben, dass die Kleinen schon abgestürzt sind und   sich dabei schwer verletzt haben - Brüche. Rückwande können fest integriert werden oder auch mit einzelnen Komponenten strukturiert werden. Feste Rückwand: Diese wir gebaut aus Stydorplatten oder Styroporplatten, Fliesenkleber (viele nutzen auch Bauschaum), Farbe ( viele nutzen Acrylfarben, wir empfehlen Spielzeuglack - Blauer Engel und ungiftig). Und als Versiegelung wird Epoxidharz oder Klarlack (Spielzeuglack). Die Rückwand wird direkt auf die Rückwand des Terrariums geklebt. Beleuchtung: Beim Leopardgecko muss kein extrem großer Aufwand betrieben werden, was die Beleuchtung betrifft. In erster Linie braucht der Leopardgecko einen Wärmespot. Am besten eignen sich die Halogenstrahler, da sie punkturell eine sehr gute Wärme entwickeln. Als zusätzliche Lampe empfehlen wir eine UVB Lampe - auch wenn es immer wieder heißt, diese wird nicht benötigt. Aber dazu gehen wir in dem Unterpunkt “Krankheiten” weiter ein. Wichtig ist bei der UVB Lampe, dass es kein Kombinierter Wärmestrahler mit UVB ist, denn diese können zu schweren Verbrennungen auf der Haut des Leos führen. Als Leuchtmittel eignet sich am die UVB Energiesparlampe 10.0. Sie entwickelt keine Wärme und sollte am Tag min. 2,5 Std an sein. Achtung: UVB Lampen verlieren nach ca. 12 Monaten ihren UVB Gehalt, daher muss diese alle 12 Monate ausgetauscht werden, egal ob sie noch leuchtet. Ernährung und Supplementierung: Leopardgeckos sind reine Insektenfresser (Carnivore) und dürfen daher nur Insekten fressen. Alles andere wie z. B. Obst oder Gemüse könne sie nicht verdauen. Anbei findet ihr eine Liste von Futterinsekten die sich sehr gut für eine abwechslungsreiche Ernährung eignen. Es sollte niemals nur ausschließlich eine Insektenart gefüttert werden. - Heimchen, - Steppengrillen, - Mittelmeergrillen, - Heuschrecken, - Argentinische Waldschaben, - Schokoschaben. Mit Vorsicht und in Maßen sollten folgende Futtertiere gefüttert werden: - Wachsmaden - sind sehr nahrhaftig und können bei übermäßigen Verzehr zu   Übergewicht führen also nur als Leckerchen. - Babymäuse gefroren - sind sehr nahrhaft und werden auch nicht von jedem Leo   gerne gefressen. - Silkworms - sie haben einen enorm hohen Proteingehalt und sollten daher nur   sehr selten gefüttert werden. Futtertiere auf die am besten gänzlich verzichtet werden sollte: - Mehlwürmer, Buffalowürmer & Zophobas - Sie werden oft wegen ihres sehr harten   und schwer verdaulichen Chitinpanzer nicht gut vertragen und sind zudem   ebenfalls sehr “fetthaltig”. Supplementierung: Grundsätzlich ist die richtige Ernährung der Futterinsekten und die richtige Supplementierung äußerst wichtig. Es muss eine gute Kombination von Kalzium, Vitamin D3 und UVB angeboten werden. Zusätzlich muss im Terrarium immer eine Schale mit ausreichend Calcium (Calcium Citrat in Pulverform) angeboten werden. Dieses wird nicht schlecht und muss nur ausgetauscht werden, wenn es verunreinigt ist. Das Vitaminpulver muss kühl im Kühlschrank gelagert werden, wenn es ange- brochen ist und binnen 4 Wochen verbraucht sein, ansonsten verfliegen die Vitamine und es ist nutzlos. Winterruhe: Leopardgeckos machen in der Natur eine Winterruhe. Wenn draußen die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden merken das natürlich auch unsere Tiere. Leos ab einem Alter von 1 Jahr und einem Mindestgewicht von 25g dürfen in die Winterruhe geschickt werden. Man sollte die Tiere 3-4 Wochen nicht mehr füttern und nach dieser Zeit wird dann wöchentlich die Wärmezeiten um eine bis zwei Stunden reduziert bis man schlussendlich am Tag eine Wärmezeit von 4 Std erreicht hat. Dann schaltet man sämtliche Lampen komplett aus und hängt die Terrarien ab, damit eure Leos auch wirklich zur Ruhe kommen und ungestört schlafen können. Auch in dieser Zeit darf nicht gefüttert werden, da das Futter im Darm sonst vergammeln würde und den Tod eures Schützlinges bedeutet.Nach ca 6 Wochen kann man die Kleinen wieder Stündlich wöchentlich hochfahren.Über die Winterruhe sollte immer genügend Wasser zur Verfügung stehen. Eiablage: Mädchen können auch ohne ein Männchen Eier legen, dies sind sogenannte “Wachseier” bzw nicht befruchtete Eier - Also nicht befruchtete Eier. Hier ist wichtig immer eine feuchte Höhle zur Verfügung zu stellen, damit euer Mädchen ihre Eier legen können. Wenn sie sie nicht legen können kommt es zur Legenot, welche tödlich für euer Mädchen enden kann, sollte man sie zu spät erkennen. Krankheiten: Auch ein gesunder Leo kann mal krank werden.